Wiederbewaldungsprojekt "Monte Alto"        im Quellgebiet des Rio Nosara in Guanacaste

Projektziel: Sicherung der Trinkwasserversorgung und Schutz der Biodiversität
durch Wiederbewaldung ehemaliger Weideflächen

Aktuelles Wiederbewaldungs-Projekt: "Ameisenbär sucht Frau" zum Schutz und Erhalt des Kleinen Ameisenbären (Tamandua mexicana) im Westen Costa Ricas.


Beitrag von TROPICA VERDE e. V.:

Erwerb ehemaliger Hangweiden im Quellgebiet und deren Wiederbewaldung
durch natürlich
e Regeneration und Aufforstung mit einheimischen, standortgerechten Arten in Mischkultur, Unterstützung von Maßnahmen der Umweltbildung im Projektgebiet.

Lokale Partnerorganisation:

Partner in Deutschland:
Deutsche Umwelthilfe, Hand-in-Hand-Fonds der Rapunzel AG

Guanacaste: Kahlschlag mit Folgen im Nordwesten Costa Ricas

Ursprünglich waren die Landflächen entlang der Pazifikküste Mittelamerikas von artenreichen, wechselfeuchten und trockenen Tropenwäldern bedeckt. Heute ist die ursprüngliche Vegetation nahezu vollständig verschwunden; die Wälder sind dem Kahlschlag zum Opfer gefallen.

Auch in der Provinz Guanacaste im Nordwesten Costa Ricas erstrecken sich zumeist Rinderweiden auf einstmaligen Urwaldflächen. Selbst steilste Hanglagen blieben von der Abholzung nicht verschont. Die Umweltsünden der Vergangenheit haben schwerwiegende Auswirkungen: Bodenvernichtung durch Erosion, dramatische Überschwemmungen während der Regenzeit und der Wassermangel der Trockenzeit sind direkte Folgen dieser Entwicklung.

Eine zumindest teilweise Wiederbewaldung der Region ist daher dringend geboten. Sie sollte aber ökologischen Kriterien genügen und nicht die Anlage von Monokulturen mit standortfremden Baumarten zum Ziel haben.

Weidefläche auf einem Berghang im Quellgebiet des Rio Nosara während der Trockenzeit (links). Durch Viehtritt entstehen schwere Erosionsschäden (rechts). Fotos:Tropica Verde

Projekt Monte Alto: Wiederbewaldung im Quellgebiet des Rio Nosara

Durch die Abholzung war die Wasserführung des Rio Nosara - Trinkwasserquelle der Einwohner des kleinen Ortes Hojancha  im zentralen Hochland der Halbinsel Nicoya  - in weniger als 25 Jahren um über 90 % gesunken. Allein eine Wiederbewaldung des Quellgebietes  versprach, diese katastrophale Entwicklung rückgängig zu machen und die Wassernot in der Trockenzeit zu lindern.

So kam es 1993 zur Gründung der Fundación Pro Reserva Forestal Monte Alto durch engagierte Bürger. Im Jahr 1994 konnte das 924 Hektar große Waldschutzgebiet Monte Alto ausgewiesen werden. Seitdem wurden von der Fundación rund 300 Hektar steiler Hangflächen erworben und der natürlichen Regeneration überlassen oder mit einheimischen, standortgerechten Arten in Mischkultur wiederbewaldet. Außerdem konnten private Grundstücksbesitzer von der Fundación Pro Reserva Forestal Monte Alto dafür gewonnen werden, im Rahmens eines staatlichen Förderprogramms ihre Flächen aus der Nutzung zu nehmen. Die Fundación hat sich zum Ziel gesetzt insgesamt etwa 800 Hektar Fläche wiederzubewalden. Auf gut der Hälfte der Fläche ist der Prozess der Wiederbewaldung seither in vollem Gange.

Seit März 1997 ist TROPICA VERDE e.V. Mitglied der Stiftung Fundación Pro Reserva Forestal Monte Alto. Als konkrete Unterstützung erwarb TROPICA VERDE e.V. in den Jahren 1997 und 1998 insgesamt 40 Hektar Viehweide im Projektgebiet, von denen 26 Hektar wiederbewaldet, der Rest der natürlichen Regeneration überlassen wurde. Diese und weitere Pflanz- und Pflegemaßnahmen wurden u.a. durch Zuschüsse der Stadt Frankfurt am Main ermöglicht.

     

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt seit 2001 durch Professor Dr. Emil Rückert von der Fachhochschule Wiesbaden, der im Rahmen eines Forschungssemesters 2005/06 botanische Untersuchungen im Projektgebiet durchführte. Dabei konnte er sich auf die Ergebnisse der von seinen Diplomanden Marcus Eichenlaub 2001 und Nadine Sandau 2004 im Gebiet des Waldschutzgebietes durchgeführten Forschungsarbeiten stützen.

Wie erfolgreich das Projekt sich in Zukunft entwickelt, hängt entscheidend von der engagierten Beteiligung der heranwachsenden Generation ab. Daher möchte TROPICA VERDE e.V. in Zukunft besonders auch zur Finanzierung von Maßnahmen der Naturschutz- und Umweltbildung beitragen.

Mehr..   PDF( TUKAN 2006 S.16)


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