Nachhaltiger Tourismus in Costa Rica

Der Boom der 90er Jahre…

Costa Rica ist für den Natur-Tourismus eine Vorzeigedestination.
Das Jahr 1987, in dem der damalige Präsident Oscar Arias Sanchez den Friedens-Nobelpreis entgegen nehmen konnte, markiert gleichzeitig auch den Start des Öko-Tourismusbooms in dem kleinen zentralamerikanischen Land.

In den 1990er Jahren überrundete Costa Rica selbst ältere bekannte Natur-Tourismusdestinationen wie die Galapagos-Inseln, Kenia oder Nepal. 1999 betrugen die Deviseneinnahmen aus dem Tourismus 950 Mio US$. Im gleichen Jahr erreichte das costaricanische Fremdenverkehrsamt (ICT, Instituto Costarricense de Turismo) sein lang angestrebtes Ziel, eine Million Touristen in einem Jahr in Costa Rica zu begrüßen. Eine Untersuchung der costaricanischen Regierung zeigte, dass die meisten Touristen das Land wegen seiner Naturschätze besuchten.

…und seine Folgen

Die intensive Förderung des Tourismus seit Mitte der 1980er Jahre hatte zum Ziel, das Land unabhängiger vom Export landwirtschaftlicher Produkte zu machen. Dies ist gelungen. Allerdings zeigte der starke Besucheransturm in einigen Gebieten negative Wirkungen. Die Folgen der Übernutzung in den Schutzzonen sind häufig Verlust der Artenvielfalt, in der direkten Umgebung aber auch Entwaldung und Landschaftszerstörung durch unregulierte Bautätigkeit der Tourismus-Industrie. Die gesetzlich festgelegte Küstenschutzzone von 50 m Breite, die in öffentlichem Besitz ist und nicht bebaut werden darf, ist davon nicht ausgenommen. Die Folge des massiven Besucherandrangs ist ein zunehmender Attraktivitätsverlust durch Lärm, Umweltverschmutzung und überhöhte Preise.

Zertifizierter Ökotourismus – eine Alternative

Costa Rica versucht diesen durchaus negativen Auswüchsen des Tourismusbooms entgegen zu steuern, indem bspw. das ICT ein eigenes Zertifizierungssystem für Betriebe aus der Tourismusbranche entwickelt hat. Das Programm CST (Certification for Sustainable Tourism) mit Sitz in der Hauptstadt San José ist eine Initiative zur Kategorisierung und Zertifizierung costaricanischer Tourismusunternehmen. Eine nationale Akkreditierungskommission überwacht die Vergabe der Zertifikate an die Betriebe, die in fünf Kategorien eines eigenen Nachhaltigkeitskonzeptes eingeteilt werden. Es werden im wesentlichen vier Aspekte beurteilt: Auswirkungen auf Natur und Umwelt, Infrastruktur und Dienstleistungen der Unternehmen, Aufklärungsarbeit und sozio-ökonomische Interaktion mit den betroffenen Kommunen und Beschäftigten.

Wie eine Auswahl treffen?

Heutzutage bietet Costa Rica eine Vielfalt an touristischen Angeboten im Öko-Tourismus. Der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) geförderte und jährlich neu erscheinende Reiseführer „The New Key to Costa Rica“ bietet einen Überblick über die im Land vorhandenen kommunalen Tourismusangebote an Destinationen im Natur-Tourismus und an sog. ‚ecolodges’. Es empfiehlt sich gleichwohl, den Führer kritisch zu studieren: Nicht überall, wo ‚eco’ drauf steht, ist auch ‚eco’ drin. Und obwohl Costa Rica weltweit als Öko-Tourismusziel vermarktet wird, hat doch die Investitionsstrategie des Landes große, ausländische Massentourismusprojekte bevorzugt. Trotz seines guten Rufes hat der Öko-Tourismus in Costa Rica es nur teilweise geschafft, sowohl angemessene (finanzielle) Ressourcen für die nationale Naturschutzpolitik zu generieren als auch den Kommunen einen angemessenen Gewinn aus dem Tourismus zu verschaffen.

Monte Alto: Wiederbewaldung und Öko-Tourismus

Mitten im Waldschutzgebiet Monte Alto auf der Halbinsel Nicoya im Nordwesten Costa Ricas ist von der Fundación Monte Alto eine attraktive Ökoherberge errichtet worden. Mehrere Kilometer entfernt von der nächsten Ortschaft Hojancha kann man hier mitten in der Natur übernachten. Die Herberge bietet Platz für Gruppen im offenen oberen Schlafraum und verfügt über vier weitere Doppelzimmer sowie bislang einen Bungalow. Durch die Herberge bestreitet die Naturschutzstiftung ein Drittel ihrer gesamten Einnahmen. Diese Form des Öko-Tourismus trägt entscheidend zur Finanzierung der Naturschutzarbeit – dem Schutz des Waldes und dessen Regeneration – bei. Gäste kommen sowohl aus Costa Rica als auch aus Deutschland und anderen Ländern.

Abgesehen von verschiedenen Wanderwegen, u.a. auch ein Orchideenpfad, zählt der Besuch des Umweltinformationspavillons, der mithilfe von TROPICA VERDE e.V. errichtet werden konnte, zu den Attraktionen des Schutzgebietes.

Nützliche Links:

Internetseite des Auswärtigen Amtes mit aktuellen Länderinformationen, Reisehinweisen sowie medizinischen Ratschlägen

Jährlich neu erscheinender Reiseführer mit Überblick über die im Land vorhandenen kommunalen Tourismusangebote

Asociación Costarricense de Turismo Rural Comunitario

Engagement von Tropica Verde

  • Unterstützung von nachhaltigem Projekttourismus in Costa Rica:

Reiseveranstalter für Projektbesuche

Was Sie beachten können

bei der Reiseplanung:
  • Steht die Länge und Dauer des Reiseweges in einem vernünftigen Verhältnis zur Urlaubsdauer?
  • Informieren Sie sich über die Situation vor Ort: Wer profitiert von Ihren Reiseausgaben? Wie sauber ist die Umwelt?
  • Bevorzugen Sie umweltfreundliche Reiseunternehmen und Verkehrsmittel!
vor Ort:
  • Passen Sie sich den landestypischen Verhältnissen bezüglich Komfort und Verpflegung an!
  • Bevorzugen Sie ortsansässige und naturkundige Führer!
  • Bevorzugen Sie frische Lebensmittel aus der regionalen Landwirtschaft!
  • Meiden Sie alle Produkte aus gefährdeten Arten!
vor der Heimreise:
  • Keine bedrohten Arten ins Gepäck!
  • Keine lebenden Souvenirs ins Gepäck!

Was Sie tun können

Spenden Sie! Spenden Sie Bäume für den Ameisenbären oder erwerben Sie eine Urwaldpatenschaft

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