Landeskunde Costa Rica

Costa Rica – die „reiche Küste“

Das ist, abgesehen von der Schönheit seiner Strände und Küsten, sicherlich eine Untertreibung, denn dieses Land birgt seine eigentlichen Schätze im Inneren des Landes. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass Costa Rica nach seiner Eroberung durch spanische Conquistadores wie Don Gil González Dávila im 16. Jahrhundert nicht wie die anderen amerikanischen Länder von der Küste aus kolonisiert wurde, sondern von seinem Landesinneren aus. Aber das ist reine Spekulation. Lange Jahrzehnte passierte nicht viel in diesem kleinen Land. So erreichten die ersten Siedler die pazifische Küste sogar erst im 19. Jahrhundert. Was sich allerdings seit dieser Zeit zugetragen hat, stellt vieles an Tempo und Dauerhaftigkeit in den Schatten. Kaum irgendwo anders ist die Entwaldung eines Landes mit derartiger Konsequenz durchgeführt worden wie in Costa Rica.

Die `Meseta Central´

Das Landesinnere – die sogenannte Meseta Central, das zentrale Hochtal auf ca. 1.000 m über dem Meeresspiegel – bietet alles, was die Kolonisten damals suchten. Ein erträgliches Klima und fruchtbare Erde, die durch die das Hochtal umgebenden Vulkane gebildet wurde. Hier wurde Costa Ricas erste Hauptstadt, Cartago, am Fuße des Vulkans Irazu gegründet. Nach schweren Erdbebenschäden wurde die neue und heutige Hauptstadt San José gegründet. Weitere bedeutende Städte sind Alajuela und Heredia im Zentraltal sowie der Karibikhafen Puerto Limón und die pazifische Hafenstadt Puntarenas.

Lebensraum- und Artenvielfalt

Die topographische und klimatische Vielfalt im Land bedingt eine große natürliche Vielfalt und hat ein Mosaik aus unterschiedlichsten Lebensräumen entstehen lassen: Trockenwälder, immerfeuchte Nebelwälder, alpine Vegetation und die Mangrovengürtel der Küsten sind nur einige Beispiele. Der Artenreichtum ist ebenso atemberaubend. Obwohl Costa Rica nur 0,03% der Landfläche der Erde umfasst, hat das Land 5% (87.000) der weltweit beschriebenen Arten (ca. 1,75 Mio.) aufzuweisen. Neben Wildkatzen, verschiedenen Affenarten und anderen Säugetieren findet sich eine Vielzahl von Vögeln, Reptilien, Amphibien und Insekten.

Landwirtschaft und Tourismus

Wie alle Staaten der zentralamerikanischen Landbrücke ist Costa Rica ein landwirtschaftlich geprägtes Land. Der Anteil der costaricanischen Landesfläche mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung für Milchwirtschaft, Kaffeeanbau oder kombinierte Anbaumethoden ist trotzdem relativ klein. Im Gegensatz dazu ist ein Großteil der Wälder des Landes einer weniger produktiven Bodennutzung zum Opfer gefallen: Ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche ist der extensiven Weidewirtschaft vorbehalten, weitere große Flächen im karibischen und pazifischen Küstentiefland werden durch den Plantagenanbau von Ölpalmen, Ananas und Bananen in Anspruch genommen.

Um vom Export landwirtschaftlicher Produkte unabhängiger zu werden, wird der Tourismus in Costa Rica seit Mitte der 1980er Jahre vehement gefördert. Heutzutage bietet Costa Rica neben einem breiten Angebot im Öko-Tourismus auch einige massentouristische Angebote an der pazifischen Küste. Seine erfolgreiche Tourismuspolitik hat Costa Rica nicht zuletzt auf ein gut ausgebautes nationales Schutzgebietssystem aus Nationalparken und Naturreservaten aufgebaut.

Mehr Informationen und Hinweise hierzu finden Sie ebenfalls auf unserer Internet Seite „Tourismus“. Hier berichten wir über die Ökotourismus-Angebote und das Engagement von TROPICA VERDE e.V. an der Karibikküste und in Monte Alto.

 

Unsere Auswahl an Literaturempfehlungen zur kleinen Landeskunde

ELLENBERG, L., BERGEMANN, A. (1990): Entwicklungsprobleme Costa Ricas. – Saarbrücken (Verlag Breitenbach) 338 S.

EVANS, S. (1999): The Green Republic: A Conservation History of Costa Rica. University of Texas Press. – Austin, 317 S.

SCHWER, B. (2003): Costa Rica. Ein Bett im Regenwald. – In: Geo Saison Oktober 2003. S. 22-57

 

Links

Tico Times – Englischsprachige Wochenzeitung aus Costa Rica

Semanario Universidad – Spanischsprachige Wochenzeitung der staatlichen Universität, engagiert und kritisch

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