Nach drei Jahren ist es endlich soweit. Der Vertrag für das neue Grundstück ist unterschrieben und die Eintragung im Grundbuch ist erfolgt. Es war ein langer und steiniger Weg, doch nun freuen wir uns umso mehr, dass der Ameisenbär durch die Wiederbewaldung der Finca Alicia bald wieder neue Wanderwege erhält.

Mit welchen Herausforderungen wir in dieser Zeit konfrontiert wurden, erzählt unser Vorsitzender Michael Ott:

Das Projekt „Grundstückserwerb“ begann im Jahr 2014, als wir überlegten, ein weiteres Wiederbewaldungsprojekt zu initiieren. Marcus Eichenlaub, der in der Vergangenheit in Monte Alto für seine Diplomarbeit geforscht hatte, machte im Dezember 2014 – Januar 2015 eine Reise nach Costa Rica und besichtigte mögliche Grundstücke bei der Fundación Monte Alto.

Es wurden zunächst drei Flächen identifiziert, die von Interesse waren: Finca Eliza (49ha), Finca Pineda (über 50ha) und die Finca del Suizo (4ha). Die Finca del Suizo schied wegen ihrer geringen Größe aus.

Daher erschien zunächst die Finca Pineda, die unser Partner vor Ort als wichtige Ergänzung empfahl, sehr interessant. Leider wollten die Pinedas aber nicht verkaufen, sodass wir uns im Januar 2015 zunächst intern auf die Finca Eliza verständigten.

Nach weiteren Gesprächen und Planungen mit Miguel Mendez von der Fundación Monte Alto übermittelten wir Anfang Mai 2015 eine Absichtserklärung zur Weiterleitung an die Verkäufer, um die westlich des jetzt erworbenen Grundstücks befindliche Finca Eliza zu erwerben. Geplant war, die Finca Eliza in mehreren Tranchen zu jeweils 10ha zu kaufen, zu einem Preis von USD 5.000 / ha, insgesamt also USD 240.000,–. Ende Mai 2015 mussten wir jedoch erfahren, dass die Finca Eliza zu einem Preis von insgesamt USD 365.000,– an einen Orangenanbauer verkauft wurde.

Über Miguel erfuhren wir dann von zwei weiteren Grundstücken: das eine Grundstück (Finca Pacheco) mit 7 ha lag innerhalb des Schutzgebietes, war bereits bewaldet und daher für unsere Ziele uninteressant.

Das zweite Grundstück, die Finca Alicia mit zunächst 8,3ha, war dagegen deutlich interessanter, weil es außerhalb des Schutzgebietes an der Schutzgebietsgrenze lag und sich durch einen Erwerb die Möglichkeit ergab, das Schutzgebiet extern zu erweitern. Über unseren lokalen Ansprechpartner Miguel haben wir dann weitere Bilder und Lagepläne zur Finca Alicia erhalten. Im Januar 2016 übersandten wir der Besitzerin Frau Alicia Mendez Cruz eine Absichtserklärung.

Bis zur Mitte des Jahres 2016 war jedoch leider nicht viel geschehen, sodass die Frist der Kaufoption verlängert wurde. In der Zwischenzeit legte uns unser Notar dringend nahe, das Grundstück neu vermessen zu lassen. Dies stellte sich als ein wichtiger Hinweis heraus, denn der von uns bestellte Vermesser vermaß eine Fläche von nur noch etwa 7 ha – und damit einen Preisunterschied von USD 6.000! Die Verkäuferin akzeptierte dies zum Glück, und dem Wert des Grundstücks als biologischer Korridor zwischen dem Schutzgebiet und einem angrenzenden Waldstück tat dies keinen Abbruch. Im Februar 2017 wurden die neuen Maße im Kataster eingetragen, sodass der Kaufprozess voranschreiten konnte.

Parallel dazu war eine erweiterte Spezialvollmacht für unseren Notar erforderlich, denn dieser konnte den Kaufvertrag in unserem Namen nur mit einer besonderen Vollmacht unterzeichnen. Gesagt – getan, dachten wir, aber es war nicht so einfach, denn diese Vollmacht musste bei der CR-Botschaft in Berlin unterschrieben werden… Leider war die Botschaft Anfang April 2017 umgezogen und bis Anfang Juni nur mit Schwierigkeiten telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Der Konsul war dann auch noch in Urlaub und so konnten wir die Vollmacht erst im Juni an unseren Notar schicken. Ende August erhielten wir dann endlich die Nachricht, dass alle Formalitäten geregelt sind, erforderliche Erklärungen zur Lastenfreiheit des Grundstücks vorliegen und wir das Geld überweisen können.

Auch das war jedoch nicht so einfach, denn die Verkäuferin wollte keine Treuhandzahlung, sondern einfach das Geld auf Ihrem Konto haben, wenn sie den Vertrag unterschreibt. Für uns natürlich keine Sicherheit – das Geld weg und sie unterschreibt nicht…. Gott sein Dank fand unser Notar eine Lösung, indem er vorschlug, ihr einen Scheck auf den Tisch zu legen, während sie unterschrieb – damit war sie einverstanden.

So überwiesen wir Ende August das Geld, zu einem 2½ -Jahres-Höchstkurs des Euro gegenüber dem Dollar, womit die Verzögerung beim Erwerb letztlich „vergoldet“ wurde. Noch vor einem halben Jahr wäre das Grundstück nur aufgrund des Wechselkurses noch 6.000 Euro teurer geworden. So konnten wir unsere Reserven schonen, und am 08.09.2017 fand der Grundstückskauf mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages nach 3 Jahren endlich sein glückliches Ende.

Nun können wir mit den Wiederbewaldungsmaßnahmen beginnen.